.st0{fill:#FFFFFF;}

Berufsunfähigkeit

Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

 März 30, 2021

von  Mathias Kropp

Regelmäßig werde ich gefragt, ob sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt.

Ich antworte dann meist mit einem leicht sarkastischen Unterton: "Hoffentlich nicht". Warum? Weil das bedeuten würde, dass der Fragesteller so krank wäre, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben könnte.

Der Fragesteller meint natürlich, ob er eine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht. Darauf lautet meine Antwort eindeutig ja - es sei denn, man ist nicht auf sein Arbeitseinkommen angewiesen, weil man beispielsweise ein Mehrfamilienhaus besitzt und von den Mieteinnahmen leben kann.

Die meisten von uns müssen arbeiten, um Geld zuverdienen. Unser Arbeitseinkommen sichert unseren Lebensstandard und unseren sozialen Status. Der Verlust der Arbeitskraft führt zu finanziellen Engpässen und endet nicht selten im wirtschaftlichen Chaos.

Den Wert Deiner Lebensarbeitszeit kannst Du ganz einfach selber errechnen: nimm Dein monatliches Nettogehalt x 12 und dann mit den restlichen Jahren mal, die Du noch arbeiten musst, bis Du 67 Jahre alt bist. Da kommt eine ziemlich große Summe heraus. Gehaltssteigerungen und Inflation sind in dieser einfachen Rechnung natürlich noch nicht berücksichtigt.
Deshalb hier ein Beispiel: Arbeitnehmer, 28 Jahre alt, Renteneintritt mit 67 Jahren. 2.500 EUR monatliches Nettogehalt. Lohnsteigerung 2,5% zum Inflationsausgleich.

Habe ich keinen gesetzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bedeutet ja, dass Du Deine konkrete Tätigkeit abgesichert ist, in der Du arbeitest.

Diesen Schutz gibt es in der gesetzlichen Versicherung seit dem 31. Dezember 2000 nicht mehr. Stattdessen wurde die Erwerbsminderungsrente eingeführt, die auf Deine jetzige Stellung aber keine Rücksicht nimmt. Die Höhe der Rente richtet sich ausschließlich danach, wie lange Du noch arbeiten kannst. In welchem Job auch immer. Da kann sich der Manager zum Beispiel auch als Pförtner wiederfinden. Kannst Du weniger als drei Stunden täglich, bekommst Du die volle Erwerbsminderungsrente, bei drei bis sechs Stunden täglich nur die halbe Erwerbsminderungsrente.

Übrigens: 2017 erhielt ein Rentner im Durchschnitt 716 EUR Erwerbsminderungsrente. 42,4% der Anträge auf Rente sind abgelehnt worden. Wenn Du nicht mindestens 60 Beiträge eingezahlt hast, erhältst Du gar keine Rente. Selbständige sind in der Regel nicht versichert. Wer sich also auf die staatliche Absicherung verlässt, wird im Fall der Fälle bitter enttäuscht.

Fazit

Eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit bzw. die Absicherung der Arbeitskraft ist ein absolutes Muss!
In meinem nächsten Beitrag erkläre ich, welche verschiedenen Möglichkeiten es für Dich gibt.

Immer die neuesten Meldungen

 Versicherungen, Vorsorge und Vermögen